Superhero Movie - Kritik vom 18.10.2009

 

Version: Kinofassung (allerdings sind ein Großteil der Szenen aus der Extended Fassung an den Abspann angehängt)

 

 

Ich hätte es mir denken können. Wenn „Movie“ im Titel steht, sollte man vorsichtig sein. Wenn draufsteht „von den Machern von Scary Movie“, sollte man umgehend die Finger davon lassen! War der erste Scary Movie damals noch erfrischend neu und wirklich gut, kann man all die direkten und indirekten Nachfolger, die monatlich unwissende Kinogänger langweilen, getrost in die Tonne drücken. Egal ob Date Movie, Fantastic Movie oder Scary Movie 4, diese Art von Filmen versucht sich über flache Gags und schlechten Fäkalhumor zu profilieren. Anscheinend glauben die Macher noch immer, dass sämtliche menschliche Körperausscheidung das Lustigste seit Erfindung des Lachens ist.

 

Ich muss zugeben, man hat mich gewarnt. Doch der Trailer von „Superhero Movie“ sah wirklich gut und vielversprechend aus. Irgendwo tief in mir schlummerte die Hoffnung, die Macher von Scary Movie würden es schaffen, zu ihren Wurzeln zurückzukehren und eine wirklich intelligente und passende Parodie abliefern.

 

„Superhero Movie“ erzählt weitestgehend die Handlung vom ersten Spiderman-Film nach, wobei der findige Kinogänger natürlich auch Anspielungen auf andere Superheldenfilme erkennt: Batman, X-Men und wie sie alle heißen. Hauptdarsteller Drake Bell ist Rick Riker, der von einer Libelle gebissen wird und daraufhin zu Dragonfly mutiert. Der aus einer billigen Sitcom entsprungene Bell ist dabei so ansprechend wie fünf Meter Feldweg und hätte durch jeden x-beliebigen Möchtegerndarsteller problemlos ersetzt werden können. Auch sonst darf man hier auf der Schauspielkunstebene keine Quantensprünge erwarten. Einzig die Auftritte von Leslie Nielsen (Die nackte Kanone), Pamela Anderson (Barb Wire) sowie Brent Spiner (Star Trek) können überzeugen.

 

„Superhero Movie“ hat so viel Potenzial. Da ärgert es mich gleich doppelt, dass die Macher sich auf seichte Gags beschränken, statt das Genre wirklich intelligent zu parodieren. Ich möchte hier gar nicht von einer Parodie sprechen, denn eigentlich werden hier nur die immer gleichen Gags vor neuer Kulisse aufgeführt. Filme wie Spiderman etc werden höchstens veralbernd nachgespielt, aber zu keinem Zeitpunkt wird die Tiefe einer echten Parodie erreicht. Dabei gibt die Vorlage soviel her!

Ich bin schon froh, dass „Superhero Movie“ Größenteils auf den oberpeinlichen Fäkalhumor der „Vorgänger“ verzichtet, allerdings kommen wir auch hier nicht um eine furzende Oma herum. Ansonsten findet man die besten Gags im Trailer; wer den gesehen hat, kann auf den Film also getrost verzichten. Die ein oder andere lustige Situation gab es dann doch noch, allerdings nichts, was gerechtfertigt, den Film in voller Länge ertragen zu müssen. Dass der Streifen am Ende nur durch die dem Abspann angehängten Deleted Scenes (die übrigens mit das Beste am Film sind) annähernd auf Spielfilmlänge kommt, ist fast schon dreist. Somit bleibt nichts weiter als ein billiger Abklatsch des bekannten Schemas, ohne ein Quäntchen Liebe im Detail. Hier stand klar der kommerzielle Gedanke im Vordergrund und leider scheint die Rechnung immer wieder aufzugehen, ansonsten würde man das Kinopublikum nicht mehr mit solchen Filmen belästigen. 

 

Ich vergebe 1/5 Nagelpistolen für einige wenige, gute Gags. Schauen Sie sich den Trailer an, das langt!

 

 

 

 

 

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1 Kommentar

  • #1

    Matthias (Dienstag, 20 Oktober 2009 20:18)

    Du hast vollkommen recht. Die ganzen Nachfolger der Scary Movie-Filme bringens alle nicht. In Epic Movie und Fantastic Movie konnte ich noch einiges finden was mich unterhalten konnte, aber Superhero Movie ist langweiliger Muell...

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