Superbad - Kritik vom 05.07.2009

 

Version: Unrated (114 Min.)

 

Mit "Superbad" präsentiert Hollywood eine weitere Komödie der Marke Teenie-Vulgär-Comedy.

Die Story: Seth und Evan sind die aller besten Freunde, leider werden sie nach der Highschool auf unterschiedliche Colleges gehen. Sie sind Außenseiter, bekommen jetzt aber einmal die Chance, auf eine Party zu gehen und wollen es daher noch einmal, bevor sie sich trennen, richtig krachen lassen. Sprich, sich besaufen und endlich Sex haben. Natürlich haben sie auch gleich den Mädels versprochen, Alkohol zu besorgen, obwohl sie beide noch keine 21 sind. Genau darum geht es dann eigentlich auch im gesamten Film. Nebenbei darf man dem wirklich lustigen Freak Fogell (genial: Christopher Mintz-Plasse) dabei zuschauen, wie er mit zwei verrückten Cops von einer bekloppten Situation in die nächste rutscht.

 

Ich bin mit hohen Erwartungen an den Film herangegangen, weil er mir von mehreren Personen als sehr gute Komödie empfohlen worden ist. Vielleicht trägt auch diese Erwartungshaltung dazu bei, dass ich nicht wirklich überzeugt bin. Dabei macht der Film eine ganze Menge richtig: Die Charaktere sind allesamt sympathisch und gut besetzt. Die Dialoge sind spritzig und wirken "echt", gerade durch den Einsatz von Vulgärsprache und Schimpfwörtern. Sorry, aber so redet die heutige Jugend nun mal. Der Soundtrack gefällt und der Vorspann stimmt wunderbar auf leichte Comedy ein.

Was dem Film eindeutig fehlt, sind wirklich gute Gags. Es gibt zwar eine Menge Schmunzler und ein bisschen gut inszenierte Slapstick, aber das war es dann auch schon. Kaum ein Gag brachte mich wirklich zum Lachen. Und das ist es eigentlich, woran "Superbad" scheitert, immerhin will es ja eine Komödie sein.


Daneben ist auch die Laufzeit mit fast zwei Stunden einfach zu lang. Da hätte man hier und da sicherlich die Schere ansetzen können, um einige Längen heraus zu kürzen. Zwei, drei Schnitte sind unsauber, aber das fällt kaum ins Gewicht. Der Farbstil der Bilder wirkt leicht billig, aber man gewöhnt sich recht schnell daran.

 

Die Story ist leider flacher als Schleswig-Holstein; auch der Versuch, die Freundschaft von Seth und Even mit der College-Geschichte auf eine harte Probe zu stellen, schafft es nicht, dem Film die Tiefe zu verleihen, die er benötigt hätte, damit ich über die schwachen Gags hinweg schauen könnte. Und wen nichts mehr aufregt als ein hanebüchenes Drehbuch, der sollte gleich die Finger von "Superbad" lassen. Denn gerade was die Cops abziehen, die mit Bill Hader und Seth Rogen übrigens sehr gut besetzt sind, grenzt an purem Schwachsinn.

 

Trotzdem ist nicht alles superbad an diesem Film. Ich denke, hier ist eine Menge Potenzial verschenkt worden. Aus der guten Besetzung und den stimmigen Dialogen hätte man mehr machen können. Was bleibt sind 110 Minuten ganz seichte Unterhaltung, die man sich aber gerne mal geben kann. Für ein zweites Mal anschauen wird es bei mir aber definitiv nicht reichen.

 

Somit vergebe ich 3/5 gefälschte Ausweise für "Superbad".

 

 

 

 

 

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