Robocop - Kritik vom 30.06.2008

 

Version: Ungeschnittener Director's Cut (99 Min.)

 

Paul Verhoeven ("Starship Troopers", "Total Recall") ist bekannt für seine satirischen Sci-Fi-Gewaltorgien. Nichts anderes erwartet den Zuschauer mit "Robocop".

 

Der gutmütige, klischeehafte Streifenpolizist Murphy wird bei einem Einsatz im Detroit der Zukunft brutal ermordet. Der Großkonzern OCP, der beinahe alles kontrolliert, nimmt sich seiner Leiche an und bastelt aus ihm den emotionslosen Cyborg "Robocop". Als sogenannter Supercop soll er in dem vom Verbrechen verseuchten Detroit wieder für Recht und Ordnung sorgen. Erst funktioniert alles einwandfrei, doch nach und nach erinnert Robocop sich daran, wer er einmal war.

 

Paul Verhoevens Zukunftsvision ist so typisch für die späten 80er und frühen 90er: Unzählige Filme befassten sich zu dieser Zeit mit düsteren Zukunftsszenarien, in denen Korruption, Verbrechen und mächtige Großkonzerne regieren und fast keine Aufnahme bei Sonnenschein gedreht wurde. "Robocop" macht in diesem Punkt keine Ausnahme. Schade ist hier allerdings, dass diese Zukunftsvision nicht konsequent zu Ende gedacht wurde. So sieht bis auf die Waffen und Uniformen der Polizisten eigentlich nichts wirklich nach Zukunft aus. Autos, Gebäude und Kleidungen wirken leider in keiner Weise futuristisch.

Die satirischen Elemente des Films haben mir mit am besten gefallen. Die immer wieder eingespielten TV-Übertragungen sind witzige Einfälle und treffende Seitenhiebe auf unsere Gesellschaft (ähnlich wie auch in "Starship Troopers"). Auch die Story an sich wartet mit einigen satirischen Elementen auf. Sie greift wunderbar die Problematik des "Menschseins" auf, bzw. wann man noch ein Mensch ist und wann nicht mehr. Robocop selbst beginnt irgendwann, sich zu erinnern; richtig dramatisch sind Szenen wie die, in der er in sein altes Haus zurückkehrt, sich an seine Familie erinnert, und feststellen muss, dass sie weggezogen ist. Bei solchen Szenen kam bei mir regelrecht Gänsehautfeeling auf, das sind die wirklich starken Momente des Films!

 

Daneben gibt es natürlich jede Menge Action, die in den meisten Fällen sehr gut und übertrieben blutig ist (Achtung: Unbedingt ungeschnittene Fassung ansehen!). Die Effekte können voll und ganz überzeugen und sind für das Jahr 1987 wirklich hervorragend. Erwähnenswert wäre hier vor allem der Mech, der nahezu perfekt mit dem sogenannten Stop-Motion verfahren animiert worden ist. Die Darsteller sind allesamt Durchschnitt bis besserer Durchschnitt, einige bekannte Gesichter sind dabei.

Als sehr nervig empfand ich die oft doch sehr ärmlichen Soundeffekte. Ich denke, da gab es auch Ende der 80er schon besseres! Einige Schläge, Schüsse etc, besonders am Anfang des Films, wirken einfach nur schlecht und erbärmlich. Gegen Ende wird das Gott sei Dank besser.

 

Ansonsten bietet "Robocop" gute Unterhaltung, nicht nur für Sci-Fi-Fans mit einer Vorliebe für übermäßige Gewaltdarstellung. Die ist teils so krass, dass es sicherlich auch Menschen gibt, die den Film deshalb nicht mögen werden. Egal, mich hat er angesprochen, nicht zuletzt wegen seiner satirischen Momente.

 

Ich vergebe 4/5 Roboter.

 

 

 

 

 

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