John Rambo - Kritik vom 05.07.2008

 

Version: Uncut (87 Min.)

 

Ich habe das erste Mal von der Existenz von "Rambo 4" vor gut eineinhalb Jahren erfahren, als sich der Film gerade in der Post-Produktion befand und ein erster, ultrabrutaler Trailer im Internet erschien. Ich war von diesem Trailer sowas von begeistert, dass ich von da an die Tage bis zum Release zählte. Die krasse Gewaltdarstellung kombiniert mit viel Action nach alter Schule haben mich richtig heiß gemacht auf Stallones neues Werk. Ins Kino wollte ich damals nicht, ich wollte diesen Film unbedingt ungeschnitten genießen.

 

Heute habe ich "Rambo 4" (oder auch "John Rambo") gesehen. Der Film ist genau das, was man erwartet: Ein Actionfilm durch und durch, ohne aufwenidge Story, ohne tiefgründige Dialoge und ohne ausgefeilte Charaktere (Rambo selbst mal ausgenommen, sein Charakter ist tatsächlich gut durchdacht).

 

John Rambo (Sylvester Stallone, wer sonst?) lebt als Schlangenfänger zurückgezogen im Norden Thailands. Rambo hat das Kämpfen aufgegeben. Erst als eine Gruppe Religiöser im nahegelegenen Birma von der örtlichen, mit brutaler Hand regierenden Armee gefangen genommen wird, greift John Rambo wieder zu den Waffen.

 

Meine Erwartungen: Ich hatte gehofft, ich würde endlich mal wieder einen Film sehen, der auf CGI verzichtet und sich stattdessen guter, alter SFX-Effekte bedient. Ich wollte mal wieder einen Film wie "Robocop", wie "Predator" oder eben wie "Rambo 3".

 

Zu 75% besteht "Rambo 4" aus brachialer und krass-brutaler Action, blutiger geht es wohl in kaum einem anderen Film zu. Viel wurde tatsächlich mit guten, alten Mitteln vor der Kamera verwirklicht, aber leider nicht alles. Und leider gilt auch in diesem Film: Sobald CGI ins Spiel kommt, sieht es schlecht aus. Die Explosionen aus dem Computer sind mies, die Bluteffekte sehen aus wie reingemalt und das macht irgendwie den ganzen Film kaputt. "Rambo 4" ist wohl der endgültige Beweis dafür, dass CGI den meisten Filmen eher schadet als es ihnen gut tut. Schade! Insgesamt kann man sich den Film aber trotzdem gut anschauen, Actionfans werden auf ihre Kosten kommen. Definitiv!

 

Keine Frage, es geht hier einzig um John Rambo. Alle anderen Charaktere sind höchstens Mittel zum Zweck, wobei einige Darsteller es doch schaffen, positiv aufzufallen. Besonders die Söldnertruppe um Lewis (Graham McTavish) und der aus der Serie 24 bekannte Paul Schulze können punkten.

 

Was abschließend bleibt, ist ein krasser Actionfilm, der zu 75% brachiale Action in Perfektion bietet und zu 25% einfach nur billig ausschaut. Hervorzuheben wäre noch das Ende, das selten genial ist und die Rambo-Reihe perfekt abrundet/abschließt.

 

Eine Anekdote zum Schluss noch: Sylvester Stallone hat das Drehbuch zu diesem Film mal wieder selbst geschrieben. Er überlegte eine Zeit lang, wo sein Film spielen soll, er wollte für "John Rambo" die gefährlichste Gegend der Welt als Handlungsort haben. Also, was macht ein Sylvester Stallone, um herauszubekommen, wo sich die gefährlichste Region befindet? Ganz klar! Er schnappt sich sein Telefon, ruft bei der UN an und fragt da nach. Kein Scherz!

 

Ich vergebe 4/5 Gedärme für John Rambo.

 

 

 

 

 

 

 

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