New Police Story - Kritik vom 28.07.2008

 

Wer bei "New Police Story" einen der Chan-typischen Actionstreifen mit viel Slapstick und Humor erwartet, der wird gnadenlos eines Besseren belehrt. "New Police Story" ist hart, irgendwo gesellschaftskritisch und versucht über die gesamte Dauer dramatisch zu sein - "versucht" wohlbemerkt, denn wirklich dramatisch wirkt das ganze eigentlich nie. Allein der Plot: Eine Bande reicher Kids macht sich einen Spaß daraus, Polizisten abzuschlachten, was ihnen immer und immer wieder problemlos gelingt. Als sie auch Inspektor Wings (Jackie Chan) Team ermorden, wird dieser suspendiert. Er gibt sich dem Alkohol hin, bis ein junger, aufstrebsamer Möchtegern-Cop (Nicholas Tse) ihm klar macht, dass er erneut gegen die Bande antreten muss. Die Story ist alles in allem dermaßen hanebüchen und strunz doof, dass man sich da schon teilweise verarscht vorkommt, weil alles eben so pseudo-dramatisch präsentiert wird. Wing ist ständig am Boden zerstört und deprimiert, weil er sich die Schuld am Tod seiner Männer gibt, was Chans Schauspieltalent eindeutig überfordert. Zu übertrieben stellt er seine Figur dar. Daneben geizt die Handlung nicht mit idiotischen Szenen. Logiklöcher und Ungereimtheiten ziehen sich durch den ganzen Film und lösten bei mir mehr als einmal skeptisches Kopfschütteln aus. Da erschießen zum Beispiel die Kids einen Busfahrer im fahrenden Bus, um Wings Aufmerksamkeit auf eben jenes öffentliche Verkehrsmittel zu lenken. Und der Bus fährt einfach weiter, brettert durch eine Fußgängerzone und macht noch locker mehrere Kilometer, bevor Wing ihn zum Stehen bringt. Das Ganze passiert natürlich, ohne dass der tote Busfahrer einen Fuß auf dem Gaspedal hat, was man auch mehrmals deutlich sieht. Weitere Beispiele erspare ich mir; mein Server verfügt wahrscheinlich nicht über genügend Speicher, um alle idiotischen Szenen hier aufzulisten.

 

Alles in allem wirkt die Handlung unüberlegt. Auch die Dramatik tut dem Film nicht gut. Es wirkt wie schon gesagt lächerlich, den Darstellern fehlt es für die angestrebte Tiefe an Talent. Das epische Chorgedudel, das hier allen Ernstes als Soundtrack funktionieren soll, geht einem schon nach ein paar Minuten auf die Nerven. Ein weiterer Kritikpunkt ist die kritische Betrachtung der Gesellschaft, die mal wieder darauf hinausläuft, dass die Kids zu viele böse Videospiele gespielt haben. Nein danke, dass ist dann doch etwas zu oberflächlich! Wer einen Film mit Tiefe schaffen will, der muss auch in seiner Intention in die Tiefe gehen. Die CGI-Effekte reihen sich ebenfalls in die lange Liste der Dinge, die mir negativ aufgefallen sind, ein. Was vor der Kamera handgemacht verwirklicht worden ist, kann sich dagegen sehen lassen.

 

Was bleibt, sind einige coole Kämpfe (etwas anderes erwartet man von Chan ja auch nicht) und gute Action-Szenen. Daneben hat mir der spärlich gesäte Humor meist gut gefallen und auch Nicholas Tse weiß als Sidekick zu überzeugen. Alles in allem ist meine Wertung bei so vielen Kritikpunkten trotzdem relativ hoch ausgefallen; das liegt einfach daran, dass ich trotz allem gut bei der Stange gehalten worden bin und ich den Film nicht abgeschaltet habe, obwohl ich ihn um drei Uhr nachts zufällig im Fernsehen gefunden habe, als ich eigentlich gerade schlafen gehen wollte.

 

Somit erhält der Streifen von mir gerade noch 3/5 Punkte.

 

 

 

 

 

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