Hancock - Kritik vom 10.07.2008
Version: Kinofassung ( 88 Min.)
Hancock (Will Smith) ist ein Superheld der etwas anderen Art. Seine Superkräfte erinnern in etwa an Superman; er kann fliegen, Autos problemlos durch die Gegend werfen und ist unverwundbar. Anders jedoch als sein Kollege vom Planeten Krypton ist Hancock alles andere als ein Vorbild. Er säuft, pöbelt herum und richtet bei seinen vermeintlichen Heldentaten immer eine Menge Schaden an. So ist es nicht verwunderlich, dass die Menschen die Schnauze voll haben von ihrem Superhelden und fordern, ihn für seine Taten einzusperren. Nur der erfolglose PR-Berater Ray (sehr sympathisch: Jason Bateman) glaubt an Hancock und möchte aus ihm einen beliebten Superhelden machen.
Direkt in den ersten paar Minuten des Films wird eine der großen Schwächen deutlich: Die Spezialeffekte. Die Effekte sind meist leider mehr schlecht als recht und erinnern nur selten an einen wirklichen Hollywood-Blockbuster. Besonders das Fliegen von Hancock sieht oft nicht besonders schön aus, daneben wirkt vieles lieb- und seelenlos hin geklatscht, richtig gute CGI gibt es leider kaum zu bewundern. Trotzdem, die Actionszenen können Größenteils überzeugen, besonders die Schießerei in der Mitte des Films ist toll in Szene gesetzt.
Daneben bietet der Film eine Menge guten Humor - zumindest die erste Hälfte, was mich auch gleich zu „Hancocks“ zweiter großen Schwäche führt: Man hat das Gefühl, man schaut hier zwei verschiedene Filme. Die erste Hälfte strotzt nur so vor guten Gags, netten Einfällen und versprüht den Charme einer netten Action-Komödie; im zweiten Teil hingegen macht "Hancock" plötzlich eine 180 Grad Drehung und wird zu einem düsteren Superheldendrama. Genau dann beginnen auch die Story-Probleme. Die Erklärungsversuche für Hancocks Kräfte sind billig und an den Haaren verbeigezogen und überhaupt schleichen sich ab der zweiten Hälfte eine Menge Logikfehler und Ungereimtheiten in die Handlung ein. Die ganze Story ist plötzlich viel zu wirr, der Humor geht dabei leider gänzlich flöten.
Die Schauspieler sind allesamt okay, guter Durchschnitt eben. Nur Jason Bateman als Ray sticht deutlich hervor. Charlize Theron mimt Rays Ehefrau, ansonsten kamen neben Will Smith keine mir bekannten Schauspieler vor. Trotzdem, die Charaktere sind allesamt passend besetzt und wissen zu überzeugen.
Was bleibt, ist eine unterhaltsame Action-Komödie, die leider ab der Hälfte deutlich an Qualität verliert, was vor allem an der komischen Story liegt. Ein netter Film mit guten Einfällen ist „Hancock“ allemal, Potenzial für mehr wäre aber drin gewesen.
Ich vergebe daher 3/5 fliegenden Walen.
