Godzilla - Kritik vom 29.06.2009
Roland Emmerichs "Godzilla" ist die amerikanische (oder deutsche?) Variante des gleichnamigen japanischen Kultmonsters und gleichzeitig einer der teuersten sogenannten Blockbuster des Jahres 1998.
Die Story ist kaum der Rede wert: Im Grunde geht es um eine durch Atomtests mutierte Echse, die nun groß wie ein Hochhaus ist und sich New York als Nistplatz ausgesucht hat. Ein Biologe (Matthew Broderick), ein französischer Spezialagent (Jean Reno) und eine Journalistin (Maria Pitillo) sind die Hauptakteure im Kampf gegen das Monster. In weiteren Rollen sind u.a. Kevin Dunn ("Transformers"), Michael Lerner und Hank Azaria zu sehen, womit sich Emmerich zumindest schon mal sympathische Darsteller ins Boot geholt hat. Mit dabei sind natürlich auch wieder monströse Spezialeffekte, die Emmerich seit jeher auszeichnen. Was da alles in die Luft fliegt und zerstört wird sowie die Darstellung der Echse selbst suchte zumindest 1998 Seinesgleichen. Für heutige Verhältnisse lockt das Gezeigte keinen mehr hinterm Ofen hervor. Es hat mich schon überrascht, wie würdelos "Godzilla" gealtert ist, während vergleichbare Filme aus der Zeit wie etwa die Jurassic-Park-Reihe auch heute noch glänzen.
Neben Godzillas Zerstörungsorgien schafft der Film auch Platz für die vielen kleinen Geschichten der einzelnen Charaktere und ihre Beziehungen untereinander. Davon gibt es weder zu viel, noch zu wenig. Passt! Natürlich kommt auch die Liebe zum Zug.
Ansonsten glänzt "Godzilla" durch einige Anspielungen auf das Original, den gut gesetzten Humor und die pausenlose Action, die trotz verblasster Effekte nach wie vor zu unterhalten vermag. Schön auch, dass der Film einige Überraschungen parat hält. Die wirklich störenden Faktoren sind die wirklich unendlich vielen hirnrissigen Dinge, die auf dem Schirm passieren und die zahllosen Logikfehler, ja schon Logikbeleidigungen. Da verwundert noch am wenigsten, dass das hochmoderne Militär niemals trifft und trotz Kampfhubschraubergeschwader und Panzerbrigaden das Monster nicht in den Griff bekommt. Schlimmer ist da eigentlich nur noch, dass Godzilla zielgelenkte Torpedos austrickst und zum Empfänger zurückschickt oder Raketenbeschuss gezielt ausweicht. Wer von fehlender Logik einen Gehirntumor bekommt, der sollte "Godzilla" auf jeden Fall im Regal liegen lassen. Alle anderen schauen es sich an und freuen sich auf zwei Stunden Unterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger. 4/5 Logikfehler.
2 Kommentare
-
#1
4/5 Punkten? Wow.
Ich finde eine amerikanische Version von Godzilla sowieso schwachsinnig. Wenn sie ihn wenigstens nur Zilla genannt hätten... Denn dieser Godzilla hat ja nun wirklich GAR NICHTS mit dem Original zu tun. In "Godzilla: Final Wars" wird dieser Zilla ja sogar vom Original-Godzilla fertig gemacht.
Wer vor hat diesen Ami-Streifen zu sehen, sollte sich auch mal das Original ansehen. Ich bleibe auf jeden Fall bei der Original-Serie.
mfG Matthias -
#2
Deine Aussage muss meiner Kritik ja nicht widersprechen. Man muss Emmerichs Godzilla eben als eigenständiges Werk betrachten und nicht als Teil der jap. Godzilla-Reihe.
