James Bond: Im Geheimdienst ihrer Majestät - Kritik vom 02.07.2008

 

Version: dt. uncut-Version (Ultimate Edition); Achtung: Neu hinzugefügte Szenen sind grausam synchronisiert!

 

Das ist er also, der erste Bond ohne James Bond ... pardon ... Sean Connery. Ich muss ehrlich sagen, mir gefiel George Lazenby so gar nicht als Bond, als ich nur sein Gesicht auf dem DVD-Cover erspähte. Die ersten Minuten des Films schienen meine Befürchtungen zu bestätigen. Nachdem der Film ein wenig Trubel darum gemacht hat, wie Bond wohl aussehe, präsentiert er schließlich zum ersten Mal George Lazenbys Gesicht. Ich konnte mich mit diesem Knaben erst gar nicht anfreunden - ERST wohlgemerkt. Denn nach einer sehr gelungenen Schlägerei in schnellen Schnitten, gut gewählten Perspektiven und an einem etwas seltsam beleuchteten Set war George Lazenby bereits mein bester Freund geworden. Er bringt nach dem zum Ende hin immer mehr gelangweilten Connery wieder neues Leben und Witz in die Rolle des MI6-Ageneten.

Der Film hat mich stellenweise sehr an "Casino Royale" mit Daniel Craig erinnert, und vor allem an die Veränderungen, die dieser Film für die Bond-Reihe bedeutet hat. Der Härtegrad hat deutlich zugenommen (Bond erwürgt seine Gegner, prügelt sie brutal zusammen, ein Feind wird in einen Häcksler geworfen und zu blutigen Klumpen verarbeitet.) Dazu gibt es in beiden Filmen einen neuen Darsteller für die Rolle des Bonds, was dem Charakter jeweils etwas Neues und meiner Meinung nach Positives gibt. Des Weiteren versuchen beide Filme, einigermaßen realistisch zu sein, und verzichten somit auf übertriebene Q-Gadgets. Auch der neue, selbstironisch Touch, der stellenweise urkomisch ist, und die Geschichte um Bond und sein Bondgirl Tracy (Diana Rigg) erinnern an Craigs Erststreich.

Insgesamt hat mir dieser Film sehr gut gefallen, deutlich besser als seine jüngsten Vorgänger. Die Dialoge sind super, die Witze treffend und doppeldeutig und die Action stimmt. Die Schlägereien sehen mittlerweile sogar richtig gut aus und lassen sich auch heute noch gut anschauen.

 

Negativ aufgefallen sind mir eigentlich nur einige, wenige Logiklöcher und das erneute Auftreten der SPECTRE-Organisation, die langsam aber sicher langweilt. Auch die Story ist nur Durchschnitt, dafür ist das Ende wirklich dramatisch und mitreißend. Negativ fällt auch die teils stark schwankende Beleuchtung während einer Szene auf, besonders in Außenaufnahmen. Und noch einmal: George Lazenby macht seine Sache sehr gut. Schade, dass es für ihn bei diesem einen Bond geblieben ist.

 

Ich vergebe 4/5 coole Verfolgungsjagten.

 

 

 

 

 

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