Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 - Kritik vom 18.07.2008

 

Mit "Fluch der Karibik 2" packt Regisseur Gore Verbinski zum zweiten Mal seine kunterbunte Piratencrew um Captain Jack Sparrow aus, um an den monströsen Erfolg des ersten Teils (Fluch der Karibik) aus dem Jahre 2003 anzuschließen. Dabei wurden direkt zwei Fortsetzungen gedreht, der dritte Teil (Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt) kam dann ein Jahr später in die Kinos.

 

Im Mittelpunkt der Handlung stehen einmal mehr Will Turner (Orlando Bloom), Elizabeth Swann (Keira Knightley) und das Aushängeschild Captain Jack Sparrow alias Johnny Depp, der die Rolle des leicht tuckigen und tollpatschigen Piraten erneut grandios und unerreichbar umsetzt. Man kauft ihm diesen seltsamen, unbeschreiblichen Piraten-Captain von der ersten Sekunde an ab, obwohl er jeglichem Bild, das man so von einem Piraten hat, strotzt. Trotzdem, Depp überzeugt, ein Beweis, dass er zu den ganz großen im Schauspielgeschäft gehört! Ehrlichgesagt ist es auch seine Figur, die den ganzen Film trägt. Neben ihm verblassen einfach alle anderen, selbst Keira Knightley, egal wie sexy sie in ihrer Piratenkluft auch aussehen mag.

 

Neben Jack Sparrow, für den alleine es sich schon lohnt, diesen Film (wie auch Teil 1 und 3 der Reihe) zu schauen, bietet der Film frei nach dem Motto "größer, brachialer und teurer als Teil 1" eine Menge Action, CGI auf fast immer hohem Niveau, massenweise bekloppter Charaktere und natürlich der ganz eigene, urkomische "Fluch der Karibik-Humor". Die Gags passen nahezu immer und sorgen für reichlich Lacher, auch wenn der Film manchmal arg ins Alberne abrutscht. Dem ersten Teil ist es da deutlich besser gelungen, diese Grenze nicht zu überschreiten. Die Action ist solide, überzeugt aber auch eher durch ihren Witz und viele abgedrehte Einfälle, was ja nicht verkehrt sein muss. Die Ausstattung ist natürlich bombastisch, egal ob Kostüme, Kulissen oder Drehorte, der Film zeigt an allen Ecken und Kanten, wie sauteuer er gewesen sein muss.

 

Zur Handlung: Captain Jack Sparrow ist nur durch einen Deal mit dem untoten Davy Jones Kapitän der Black Pearl geworden, was zu einer Menge Verwirrung und Fragezeichen führt, weil plötzlich hunderte verschiedene Charaktere irgendetwas wollen und irgendjemanden erpressen, um dies zu bekommen. Somit beginnt eine konfuse Jagd, bei der jeder jeden verarscht und alle etwas anderes und irgendwie doch dasselbe wollen.

Weitere Inhaltsangaben erspare ich mir mal, denn die Story ist maßlos überladen, dass ich selbst da nicht so ganz durchgeblickt habe. Es gibt einfach zu viele Charaktere, denen viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, wodurch das Augenmerk immer wieder von dem Haupthandlungsstrang abdriftet. Dazu kommt noch, dass Teil 2 insgesamt gesehen irgendwie überflüssig wirkt, da er an eine eigentlich abgeschlossene Handlung anzuschließen versucht und dies wie in so vielen Fortsetzungen aufgesetzt erscheint – und wohl auch ist. Unter der löchrigen und arg zusammengepressten Handlung leidet dann im Endeffekt natürlich die Spannung. Somit sind Story und der Spannungsbogen die Hauptprobleme des Films, ansonsten bietet der Streifen tolle Unterhaltung ohne Anspruch oder Tiefgang. Abschalten und Ablachen heißt die Devise! Und der dicke Cliffhanger am Schluss sorgt dafür, dass auch alle brav den dritten Teil sehen werden - ich hasse es, wenn die Filmemacher so etwas machen - aber es funktioniert leider.

 

Somit vergebe ich 4/5 Riesenkraken.

 

 

 

 

 

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