Das fünfte Element - Kritik vom 29.06.2009
Version: Originalton (Englisch)
Luc Besson schuf mit "Das fünfte Element" seinen finanziell erfolgreichsten Film - und erfüllte sich einen ganz persönlichen Traum.
Nachdem Frankreichs Ausnahmeregisseur mit seinen Filmen Leon - der Profi und Nikita bereits großartige Erfolge verbuchen konnte, bekam er endlich das Budget zur Verfügung gestellt, um sein lang gehegtes Wunschprojekt zu verwirklichen. Mit rund 90 Mio. Dollar realisierte er den ersten europäischen Film in diesen Budgetgrößen. Und das sieht man dem Film von der ersten Sekunde hin bis zum Abspann an: Er ist bombastisch.
Besson schuf eine abgedrehte Welt voller Freaks und urkomischer Charaktere. Das Design von Kleidung, Umgebungen und Waffen hat seinen ganz eigenen Stil und sieht phänomenal aus. Nicht umsonst ist Modezar Jean-Paul Gaultier für die Outfits herangezogen worden.
Die Story: Alle 5000 Jahre erhält das ultimative Böse die Chance, alles Leben zu vernichten. Einzig die fünf Elemente, korrekt angeordnet in einem ägyptischen Tempel, können dies abwenden. Leider sind sie nicht in menschlichem Besitz und leider ist Taxifahrer Korben Dallas als Weltenretter in spe nicht der Einzige, der sich auf die Suche nach den Elementen begibt.
Der Cast von "Das fünfte Element" ist ohne Ausnahme grandios: Bruce Willis als sprücheklopfender Actionheld, der besonders im letzten Drittel Actionszenen à la Stirb langsam raushaut, Ian Holm (bekannt als Bilbo aus "Der Herr der Ringe") als verwirrter Priester, der wohl die meisten Lacher auf seiner Seite hat, Milla Jovovich, die hier überraschend gut die Rolle der zerbrechlichen Leeloo mimt, Chris Tucker als bescheuerter Radiomoderator und nicht zuletzt Gary Oldman als abgedrehter Großindustrieller. Die Charaktere sind dabei genauso urkomisch geraten wie das gesamte Setting. Gags und witzige Situationen kommen am laufenden Band, der Film wechselt zwischen Lachern, spektakulären Effekten (die auch heute noch durchgehen), brillant inszenierter Action und guten Dialogen. Einzig das Ende ist im Vergleich zum restlichen Film etwas fad und schwingt unnötig die Moralkeule.
Alles in allem ist "Das fünfte Element" ein Meisterwerk, einer der ganz wenigen Science Fiction-Filme, der eigentlich alles richtig macht und den Zuschauer über die gesamte Dauer unterhält. Dieser Film gehört definitiv zu der Sorte von Filmen, die ich immer und immer wieder schauen kann.
Eine Bemerkung zum Abschluss noch: Ich habe nie verstanden, warum alle Chris Tucker hassen. Ich hab den Film nun zum ersten Mal auf Englisch gesehen. Jetzt weiß ich es: Seine Stimme ist eine Qual für meine Ohren, besonders wenn er schreit, was er in dem Film andauernd macht. Ansonsten gewinnt der Film durch die Originalsprache noch einmal vier bis fünf Gags hinzu, aber Tuckers schrille Quietschstimme geht gar nicht. Dann doch lieber die wesentlich angenehmere deutsche Synchronisation.
Ich vergebe 5/5 rote Knöpfe.
