"Dragon Wars: D-Wars" - Kritik vom 12.09.2009

 

Man! Was hatte ich mich auf „D-Wars“ (oder „Dragon Wars“?) gefreut, als ich vor gut zwei Jahren erstmalig den Trailer in einem Media Markt bestaunen durfte. Was mir da geboten wurde, war schlichtweg atemberaubend. Eine gigantische Schlacht zwischen riesigen Schlangen, geheimnisvollen Kriegern und der US-Army mitten in Los Angeles! Ein Effekt-Feuerwerk sondergleichen, dass sich optisch locker mit Werken wie "Fluch der Karibik" oder "Iron Man" messen kann. Ich war gespannt! Und so wartete ich zwei Jahre lang, bis der Film endlich veröffentlicht wurde und die DVD etwas im Preis fiel. Man! Was hab ich mich gestern Abend gefreut, endlich dieses Film in meinen DVD-Player schieben zu können!

Zur Story: Alle 500 Jahre kommt eine unglaublich böse, riesige Schlange samt einer altertümlichen Armee auf die Erde, um irgendein besonderes Mädchen zu fressen (Das Mädchen ist an einem Drachen-Tattoo auf der Schulter zu erkennen, damit es auch der letzte Depp versteht). Irgend so ein alter Sack, der lustiger weise fliegen kann, samt Schüler sollen die bösen Viecher aufhalten und das Mädchen einer guten Schlange zu fressen geben, damit sich diese in einen Drachen verwandelt und die Bad Guys ordentlich vermöbelt. Leider verliebt sich der Schüler in das Mädel, die beiden fliehen und sterben schließlich, ohne das eine der Schlangen sie zu fressen bekommt.

Die Liebesgeschichte trieft vor Kitsch, ein erster Kuss bei Sonnenuntergang am Strand ist da natürlich Pflicht. Komischerweise startet der Film in der Gegenwart und führt den Reporter Ethan ein, der wohl der aktuelle Schüler zu sein scheint. Dann geht es in die Vergangenheit, Ethan ist ein Kind und lernt in einer absurden und absolut hirnrissigen Szene seinen Mentor kennen. Dann geht es noch weiter zurück in die Vergangenheit und man sieht, wie vor 500 Jahren die Bösen nach dem Mädel suchen und dabei alles zerstören.

Schon die ersten zehn Minuten holten mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Schon in den ersten paar Szenen wird dermaßen viel Schwachsinn verzapft, dass einem das Gehirn blutet. „D-Wars“ ist schlecht. Der Film ist sogar richtig schlecht. Die Schauspieler spielen unterirdisch, niemandem kauft man seine Rolle ab. Die Effekte sind armseelig, erinnern an eine Amateur-Produktion. Die Story ist so banal, wie eine Story nur sein kann; Logik hat man vorsichtshalber gar nicht erst eingebaut. Nichts wird erklärt, man muss einfach hinnehmen, dass es passiert. Warum weiß das FBI, das die Schlange das Mädchen will? Man weiß es nicht. Warum zum Teufel schlängelt sich das Vieh durch ganz L.A. und fällt dabei niemandem auf? Das kann uns wohl nur Gott sagen. Woher kennt das verdammte FBI die Höhle des bösen Kriechtiers? Wahrscheinlich weiß das nicht mal der Regisseur. Dazu kommt noch, dass eben jener Regisseur überhaupt kein Gefühl für Timing hat, was wirklich jeden einzelnen Gag im Keim erstickt und den Zuschauer enttäuscht zurücklässt. Dabei sind einige Einfälle wirklich nicht schlecht. Lustig ist eigentlich nur, dass Geoffrey Pierson, den einige vielleicht aus der Sitcom "Auf schlimmer und ewig" kennen, einen kleinen Auftritt hat.

Und dann die Überraschung: Die böse Armee rückt in L.A. ein und stellt sich der U.S.-Army entgegen. Es kommt zur Schlacht. Und plötzlich dreht der Film auf: Effekte von nie geahnter optischer Brillanz kommen zum Vorschein, fette und spektakuläre Situationen werden dem Zuschauer geboten. Diese Schlacht rockt; und sie rockt nicht nur, sie kann sich auch mit allen gängigen Hollywood-Produktionen messen. Das erklärt, warum ich den Trailer damals so geil fand: Der besteht nämlich so ziemlich nur aus Szenen aus dieser einen Schlacht.

Naja, und nach der Schlacht? Da hat der Film dann sein ganzes Pulver verschossen und es geht gewohnt unterirdisch weiter: Lächerlich auch, wie man sich am Schluss der riesigen, bösen Armee entledigt hatte. Da beginnt Ethans Amulett zu leuchten und plötzlich kippen einfach alle um. Da fragt man sich doch: Warum hat dieses beschissene Amulett das nicht schon früher gemacht?? Aber egal, irgendwann hört man bei „D-Wars“ einfach auf, die Dinge zu hinterfragen und hofft, dass es bald vorbei ist.

 

Somit vergebe ich 1/5 fliegenden Altmeistern, aber auch nur für die coole Schlacht im Mittelteil.

 

 

 

 

 

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