Chuck und Larry: Wie Feuer und Flamme - Kritik vom 15.07.2008
Version: Originalton (Englisch)
Mit "Chuck und Larry" präsentiert uns Hollywood eine weitere seiner unzähligen nach dem gleichen Schema ablaufenden Komödien Marke "flach" und "anspruchslos". Viele Kritiken über solche Filme sind vernichtend, doch muss ein Film wirklich immer niveauvoll und tiefgründig, muss die Story immer gut durchdacht und mitreißend sein? Ich sage "Nein"! Es lebe der anspruchslose Film, der Film, bei dem man einfach mitfühlt und sich am Ende über ein zuckersüßes, wenn auch aufgesetztes Happy End freut. In diese Kategorie gehört "Chuck und Larry".
Das Rezept ist dabei so simpel wie erfolgreich, immer wieder überschwemmen Filme nach diesem Schema die Kinos: Man nehme ein paar Darsteller, die im Bereich "Comedy" bekannt sind, im diesen Fall Kevin James und Adam Sandler, lasse sie auf einen unausweichlichen Konflikt zusteuern, der ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt und tischt dem Zuschauer ganz nebenbei noch eine klassische Liebesgeschichte auf. Natürlich gibt es am Ende den großen Knall, wodurch erst einmal Schluss zwischen den Liebenden ist, doch im konstruierten Finale finden sie dann selbstverständlich wieder zueinander und das Happy End ist perfekt. Ups, hab ich zu viel verraten? Naja, kommen Sie, ich denke, jeder weiß doch, wie diese Filme ablaufen.
Aber egal, manchmal habe ich keine Lust auf tiefgründige Unterhaltung, manchmal will ich einfach nur abschalten und ablachen. Und dafür ist "Chuck und Larry" genau der richtige Film.
Die Darsteller sind dabei durchweg gut gewählt und spielen ihre Rollen allesamt sehr sympathisch, auch wenn man einmal mehr nur Stereotypen geboten bekommt. Neben Jessica Biel, Rob Schneider und Dan Aykroyd gibt es sogar Ving Rhames und Steve Buscemi sowie einige bekannte Gesichter aus der Sitcom "King of Queens" zu bewundern. Die Gags passen und viele urkomische Situationen und coole Sprüche ließen mich einige Male laut auflachen. Vor allem Kevin James kann in seiner Rolle voll überzeugen. Überrascht hat mich der kritische Unterton gegenüber der Schwulen- und Lesbendiskriminierung in Amerika, was meine Endwertung noch positiv nach oben korrigiert hat. Lediglich einige Längen und unnütze oder übertriebene Szenen trüben das Gesamtbild. Natürlich könnte man die teilweise unlogische und an den Haaren verbeigezogene Handlung kritisieren, aber wer in einer amerikanischen Mainstream-Komödie etwas anderes erwartet, der hat das System von Hollywood noch nicht verstanden.
Insgesamt kommt der anspruchslose Komödien-Liebhaber hier voll auf seine Kosten. Und eins noch: Wer des Englischen mächtig ist, sollte den Film unbedingt im O-Ton schauen, da kommen einige Gags deutlich besser.
Ich verge guten Gewissens 4/5 fallengelassene Seifen in der Dusche.
