James Bond jagt Dr. No - Kritik vom 23.06.2008

 

James Bond (Sean Connery), seines Zeichens Agent des MI6, wird nach Jamaika geschickt, um den Mord an einem britischen Verbindungsmann aufzuklären. Bond wird recht schnell klar, dass der mysteriöse Dr. No seine künstlichen Finger im Spiel hat.

Interessant zu allererst einmal war für mich, wie es mit Bond, der bald sein 22. Leinwandabenteuer erlebt, begonnen hat. Interessant vor allem, dass der erste Bond-Film mehr ein Krimi als ein Actionfilm ist, dass Bond selbst noch gar keine verrückten Gadgets von Q bekommt, dass James insgesamt viel kaltblütiger und humorloser daherkommt als in seinen späteren Abenteuern. Natürlich ist es auch immer wieder interessant zu sehen, wie naiv die 60er doch noch waren. Es war eine Zeit, in der man Radioaktivität noch abwaschen konnte und Agenten verdächtige Personen durch ein Loch in der Zeitung beschattet haben.

 

Es gibt gewisse Filme, die bei mir unter eine ganz spezielle Kategorie fallen, und dazu gehört eindeutig auch der erste Bond: Die Kategorie "Gemütlicher Film". Darunter verstehe ich Filme, bei denen man einfach mal abschalten und entspannen kann, die einen nicht mit ohrenbetäubenden Sounds oder schnellen Wendungen auf Trab halten und die eine ganz ruhige, eben gemütliche Atmosphäre versprühen. Es sind keine Filme, die einem groß im Gedächtnis bleiben oder von denen man wochenlang erzählt, trotzdem schaut man sie immer wieder gerne.

 

Bei "James Bond jagt Dr. No" sind es das tropische Setting, die netten Dialoge und einfallsreichen Ereignisse, die so typisch für die 60er sind. Bei Bond ist es Sean Connerys lässiges Spiel, die spärlichen Actioneinlagen, die gut gemacht sind und nie länger als 30 Sekunden dauern. Der prägnante Bösewicht mit seinen künstlichen Händen und das liebe, wenn auch naive Bondgirl Honey. Es sind die vielen sympathischen Charaktere, die lineare Handlung und schließlich dieses gewisse "Krimi-Feeling", das den ersten Bond einfach zu einem sehr gemütlichen Film macht, den ich mir immer wieder gerne anschaue.

 

Natürlich wird "James Bond jagt Dr. No" es beim mittlerweile CGI- und actionverwöhnten Publikum der Neuzeit schwer haben, aber wer ein bisschen was übrig hat für ältere Filme, der wird mit dem ersten Bond-Streifen seine Freude haben.

 

Ich vergebe daher 4/5 Sean Connerys.

 

 

 

 

 

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