Beim ersten Mal - Kritik vom 19.07.2008
Wieder ein Film nach dem bewährten Hollywood-Komödien-Rezept! Flache Story, dünne Charaktere und 'ne Menge Kiffer-Gags - ich weiß nicht, wer es tatsächlich amüsant findet, immer wieder diesen dämlichen Kiffer-Kumpels zuzuschauen, aber irgendwie tauchen die derzeit in jeder Komödie aus Amiland auf.
Zur Handlung: Der arbeitslose Faulenzer Ben (Seth Rogen) schwängert bei einem One-Night-Stand versehentlich die erfolgreiche Moderatorin Alison (Katherine Heigl). Fortan muss sich das ungleiche Paar zusammenraufen, was so einige Probleme mit sich führt. Vor allem Freunde und Verwandte sorgen mit fragwürdigen Ratschlägen für Verwirrung.
Ich weiß nicht, aber auf dem Cover der DVD stand doch etwas von "Komödie", oder sehe ich das falsch? Jedenfalls war das, was ich da im Kreise von drei Freunden gesehen habe, garantiert nicht lustig. Wir haben vielleicht drei- bis viermal gelacht und viel mehr Gags hatte der Film auch nicht zu bieten. Bens unlustige Kiffer-Kumpanen sowie die Beziehungsprobleme von Alisons Schwester Debbie und ihrem Mann (sehr sympathisch: Paul Rudd) schieben sich hier und da vor die Haupthandlung, was den Film summa summarum auf stolze 132 Minuten bringt. Für eine flache Komödie eindeutig zu lang, doch leider geht der Trend derzeit genau in diese Richtung.
Was gibt es sonst zu berichten? Es wird eine Menge geflucht, ebenfalls ein sich anbahnender Trend, den ich wiederrum begrüße. Vorbei scheinen endlich die Zeiten der gekünzelten und braven Dialoge a la „Eine himmlische Familie“. Durch Schimpfwörter und Flüche wirkt ein Film irgendwo einfach realistischer und sympathischer und erzeugt nicht mehr das Gefühl, die Figuren würden auf einem anderen Planeten leben. Die Darsteller sind allesamt guter Durchschnitt, Paul Rudd sticht als einziger heraus und kann mit seiner Leistung glänzen. Die Handlung wirkt etwas arg in die Länge gezogen, einige Kürzungen hätten "Beim ersten Mal" sicherlich gut getan. Was mir als Filmliebhaber sehr gut gefallen hat, sind die unzähligen Anspielungen auf andere Filme in den Dialogen zwischen Ben und seinen Kumpels. Ansonsten sind auf jeden Fall die vielen Kurzauftritte bekannter Hollywoodgrößen positiv anzumerken, Jessica Alba und Eva Mendes sind da nur zwei Beispiele.
Naja, insgesamt gesehen ist der Film eine weitere flache Komödie Marke Hollywood, es gibt schlimmere Streifen - aber auch viele bessere. Hauptkritikpunkt ist wie gesagt das Fehlen nahezu sämtlicher Gags. 2/5 dumme Kifferjungs.
